Woher bekommt man nach Rückschlägen neue Motivation? Ein ungewollter Selbstversuch.

Aktualisiert: 12. Sept 2019


Freitag. Nach einer Woche Vorfreude auf die Fertigstellung meines Bildbandes (Fotobuchs), dass einen schönen Abschluss meiner ersten 12 Monate der Fotografie beschließen sollte, erhielt ich einen ersten derben Nackenschlag für meiner Motivation. Die Bildergebnisse vielen allesamt zu dunkel aus. Feine Nuancen - Fehlanzeige. Porträts versumpft im ewigen Schwarz. Die Kontraste waren viel zu hoch gefahren, so dass alle Bilder für mich unansehnlich und damit das Fotobuch unbrauchbar war.

Zwei Tage später, am Sonntag. Ich möchte mir in aller Ruhe die Ergebnisse des Tages von einem Foto Walk durchsehen und stelle fest, die SD-Card hat sich verabschiedet. Einzig ein paar unbrauchbare halbe Bilder können vom Mac Book gelesen werden. Alle Versuche, die Daten wieder herzustellen scheiten kläglich. Ich habe mir also einen Tag lang für NICHTS den Hintern abgefroren. Und zack, da war er. Innerhalb kürzester Zeit , der zweite Schlag voll auf die Zwölf meiner Motivation.

Wie nun mit dem aufgelaufenen Frust umgehen? Erstmal habe ich meinen Ärger verbal bei meiner Frau abgeladen und mir ein wenig Mitleid auf die Wunden legen lassen. Das war zwar nicht wirklich zielführend, aber hilft trotzdem ungemein. Also wie geht es weiter? Ich erinnerte mich an einen Tipp, der mir bereits öfter zu Ohren gekommen war: Man soll versuchen, auch aus negativen Ereignissen oder Fehlschlägen, etwas Positives für sich herauszuholen. Ist erstmal einfach gesagt. Ich habe mich also hingesetzt und mir überlegt, was ich ggf. hätte besser, oder anders machen können, um die beiden beschriebenen Fehlschläge zu vermeiden.

Beim Thema Fotobuch kam ich da relativ schnell zu einer Erkenntnis. Ich hatte beim Erstellen des Buchs der Einfachheit halber, die in der Herstellersoftware eigene Funktion zur Umwandlung in Schwarzweiss genutzt. Grund dafür war der leicht rosane Schleier in manchen SW Aufnahmen eines früheren Fotobuchs. Ich habe mir das schlechte Ergebnis also selbst zuzuschreiben und nun die positive Erkenntnis, mich künftig besser über das vorbereiten der Bilddateien zu informieren, damit diese letztlich wie von mir erwartet vom Fotobuchanbieter gedruckt werden können. Der Versuch, auch etwas positives aus der fehlerhaften SD-Card und dem damit verbundenen Bilderverlust zu ziehen, wollte mir leider nicht gelingen. Das war und ist einfach immens ärgerlich und ich werde mir wohl keine 64 Gig Karte mehr kaufen, sondern besser zwei 32er und diese Karten bei "Halbzeit" eines Shootings tauschen. So hätte ich bei einer beschädigten Karte immerhin noch einen Teil der Aufnahmen auf der zweiten Karte. Nun gut, nachdem ich meine zwei Fehlschläge nun analysiert, und ich meine Erkenntnisse für die Zukunft daraus gezogen hatte, fühlte ich mich schon wieder ein gutes Stück weniger "gelähmt". Ein weiterer Tag später und eine neue Lust zu fotografieren begann mich zu ergreifen. Dieser erwachende neue Enthusiasmus wurde von Tag zu Tag stärker und damit neue Motivation von innen heraus geboren. Heute kann ich es kaum noch erwarten wieder Zeit für ein Shooting zu haben um meine neuen Ideen ins Bild zu setzen. Es ist wohl tatsächlich wie Karl-Heinz Brodbeck in einem "fotoMAGAZIN"-Beitrag (Heft 2/2018) sagt: "Krisen können eine Wachheit hervorrufen. Deshalb sind Krisen historisch betrachtet auch Phasen, an die sich große kreative Prozesse anschließen." Für mich hoffe ich, dass ich nun eine lange Phase toller kreativer Prozesse vor der Brust habe und mir Rückschläge so schnell keine Steine mehr in den Weg legen. Denn, und das kann ich aller schlauen Zitate zum Trotz behaupten. Meine Kreativität ziehe ich lieber aus Spaß, Spiritualität und Liebe als aus Krisen, Defekten und sonstigen Nackenschlägen.

Was machen Sie um nach Rückschlägen oder fehlender Motivation wieder zurück zu kommen? Schreiben Sie mir in den Kommentar. Ich freue mich über jeden Tipp, jede Hilfestellung oder Gedanken zu diesem Thema, dass sicher jeden Künstler das ein, oder andere Mal erwischt.

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