Ist ein leichtes, günstiges Objektiv auch gut?

Aktualisiert: Apr 24


Ein Review zum Weitwinkel Objektiv: Samyang AF 24mm F2.8 FE

Oft hatte ich mich auf dem letzten Städtetrip in Paris darüber geärgert, mit meinen liebsten Objektiv, dem Sony Sonnar T* FE 55mm f 1.8 Zeiss, vor allem Architektur-motive nicht komplett auf den Sensor bannen zu können. Ich war immer gefühlte 50 m zu nah dran. Das Haus in meinem Rücken, konnte ich aber auf die Schnelle auch nicht niederreißen, nur um ausreichend Platz zu haben meinen fotografischen Wunsch in die Tat umzusetzen. So blieb es dann eben entweder bei Teilaufnahmen, oder ich verzichtete letztlich ganz auf das Motiv.

Das wollte ich bei der nächsten Städtereise anders machen. Als eine Rundreise durch Belgien und Holland auf dem Programm stand, besorgte ich mir nach kurzer Internetrecherche das Samyang AF 24mm F2.8 FE! Zum einen waren die gefundenen Erfahrungsberichte recht gut und auf der anderen Seite strapazierte ich bei einem Preis von unter 250 € auch die Reisekasse nicht zu sehr.

Der erste Vorteil dieses kleinen Objektives lag nach dem Auspacken gleich auf der Hand. Das Gewicht! Dieses Glas wiegt keine 100g. Da ich es mir nicht nehmen will, mit dem Sony Body a7 rII inkl. Batteriegriff durch die Gegenden zu ziehen, ist es natürlich fein, zumindest ein leichtes Objektiv aufzuschnallen.

Die Haptik das Objektives fühlt sich ein wenig billig an. Bei dem Preis, finde ich, ist es auch akzeptabel, dass es komplett aus Kunstoff gefertigt ist. Anders ließe sich auch das Gewicht von lediglich 93 Gramm nicht erreichen. Zumindest hat es eine Metallfassung. Die mitgelieferte Gegenlichtblende ist allerdings so schmall, dass Sie ihren Namen nicht verdient. Als Stoßfänger geht sie aber durch.

Der Autofocus ist angenehm leise, trifft aber nicht immer. Ich hatte beim Fotografieren von Gebäuden damit zwar kein Problem, aber bei sich bewegenden Motiven, wie Menschen und Tieren z.B., liegt er doch immer mal wieder daneben. Ich würde meinen, da gibt es bessere AF-Linse im Niedrigpreissektor. Gleichzeitig würde ich die AF-Leistung als noch akzeptabel bezeichnen.

Weniger akzeptabel ist die Vignettierung bei offener Blende. Diese kommt sicher auf gut 2-3 Stops. Das ist schon viel und habe ich in diesem Ausmaß auch noch bei keinem anderen Objektiv erlebt. Ab Blende 6 aufwärts werden Eck-Abschattungen zwar geringer, sind aber immer noch erkennbar. Klar kann man das relativ leicht in der Nachbearbeitung korrigieren, aber auch das kostet Zeit.

Selbiges gilt für die Verzerrungen. Diese sind wirklich nicht unscheinbar und benötigen z.T. einiges an Nachbearbeitung. Leider sind Verzerrungen nicht so leicht zu korrigieren wie die Vignettierung und deshalb aus meiner Sicht ein stärkeres Manko.

Nochmal zurück zum Thema: offene Blende. Das Bokeh des Samyang AF 24mm F2.8 FE ist im Fokusbereich recht schön. Zu den Ecken hin wird es dann sehr weich. Da ich ein solches Glas sicher nicht zum Fotografieren von hochwertigen Beauty-, oder Fashionstrecken verwenden würde, ist die Leistung an dieser Stelle völlig in Ordnung. Anders herum erhält man erst bei Blende f18, durch die neun abgerundeten Blendenlamellen einigermaßen scharfe Sterne. Das ist also sicher nicht die große Stärke dieser Optik.

Was die Bildschärfe betrifft, muss man sagen, dass diese bei Blende f8 bis fast in die Ecken durchgängig gut ist. Verringert man die Blendenöffnung stärker, scheint mir die Mitte ein wenig flauer zu werden. Bei geöffneter Blende hat der Fokusmittelpunkt jeweils eine satte Schärfe.

Mein Fazit:

Die tatsächlich größten Stärken des Samyang AF 24mm F2.8 sind der Preis, die geringe Größe und allem voran das geringe Gewicht. Die Schärfeleistung kann man als richtig gutes Mittelmaß bezeichnen. Alle anderen Aspekte bewegen sich, wie oben beschrieben, eher im unteren Mittelmaß. Das man trotz aller Kompromisse schöne Bilder damit schießen kann, ist hier zu sehen:

RAW Datei entwickelte Datei

Für mich ist das Samyang AF 24mm F2.8 ein guter Begleiter beim ungezwungenen Schlendern auf einem Städtetrip. Hier reichen mir die beschriebenen Leistungen völlig aus und ich habe ein gutes Pfund weniger Gewicht zu tragen. Für gezielte Shootings aller Art: People, Beauty, Architektur, Nature, egal, würde ich auf alle Fälle ein Objektiv mit besseren optischen Werten zurückgreifen.

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