Interview mit dem Fotografen Jürgen M. Seibold


Yens Franke: Wie kamst Du zur Fotografie und seit wann fotografierst Du?

Jürgen M. Seibold: Zur Fotografie kam ich relativ früh, da sowohl mein Großvater und ganz besonders mein Onkel sehr gerne fotografiert hatten. Mein Großvater schenkte mir in meiner Kindheit seine alte Kamera - ich glaube es war eine Agfa. Als Hinweis wurde mir nur erklärt, dass man am Blendenring auf die 8 einstellen soll und die Zeit für die Belichtung auf einen festen Wert, an den ich mich aber nicht mehr erinnere. Ich knipste also los, hatte aber damals immer das Probleme, jemanden zu finden, der bereit war, die Bilder entwickeln zu lassen. Hat damals ja Geld gekostet und als Kind war es mir nur mit einem "Sponsor" möglich. Aktiver wurde ich dann als früher Jugendlicher, wobei sich das Problem der Entwicklungskosten trotzdem noch nicht gelöst hatte. Insbesondere, da die familiären "Urlaubsknipser" mit meinen Ergebnissen nicht viel anfangen konnten. Mein Onkel hängte zu der Zeit aber aus mir heute nicht mehr bekannten Gründen sein fotografisches Hobby an den Nagel und schenkte mir daraufhin seine gesamte S/W-Entwicklungsanlage. Ich investierte damals oft mein ganzes Taschengeld und auch die ersten verdienten D-Mark in Fotopapier, Flüssigkeiten und Negative. Durch Lesen von diversen Büchern über das Entwickeln von Filmen und Fotos versuchte ich mich dabei zu verbessern, mehr zu verstehen und ausreichend interessante Ergebnisse zu kreieren. Das war für mich eine sehr interessante Zeit. Dennoch drängt mich aktuell nichts dazu, erneut analog zu fotografieren und gleichzeitig zu entwickeln. Über die Jahre gab es ein stetes Auf und Ab. In den 90er Jahre lag mein fotografischer Tatendrang fast brach, bis auf die typischen Urlaubsbilder. Mal interessant, mal eher nicht. Im Jahre 2000 machte ich mich dann mit meiner Frau auf unseren ersten "Weit-weg-Urlaub" ins ferne Mexiko. Irgendwann in diesem Urlaub stand ich auf einer Pyramide im Dschungel und wollte mit einer handlichen Pocketkamera meinen Eindruck von dieser beeindruckenden Szenerie festhalten. Leider ist mir dies nicht gelungen und ich beschloss, mir unbedingt wieder eine SLR zu zulegen. Von diesem Augenblick an, ging es dann stetig aufwärts, wobei sich in den letzten Jahren aus meiner Sicht auch künstlerisch am meisten getan hat.

Yens Franke: Aus welchem Grund hast Du die Kamera, die Du hast?

Jürgen M. Seibold: Momentan nutze ich hauptsächlich meine Canon EOS 6D - eine Vollformatkamera. Die Entscheidung für diese Kamera ergab sich im Laufe der Jahre eher zufällig und wohl auch aus dem eigenen Werdegang heraus. Als ich mich 2000 für eine neue SLR entschied, war mir prinzipiell die Marke erst einmal egal. Damals stand für mich aber nur Canon oder Nikon zur Disposition. Es gab zu dieser Zeit ein ganz interessantes preisliches Angebot, welches dazu führte, dass es eine Canon geworden ist. Ich kaufte mir zu der Zeit eine analoge Canon EOS 300 mit zwei Kit-Objektiven. Wenn ich mich nicht täusche, war damit die Range von ca. 24mm bis 700mm abgedeckt. Qualitativ hat es mir damals ausgereicht.

Nach und nach wuchs der Wunsch nach mehr Qualität und somit auch anderen, höherwertigen Objektiven. Dabei fanden dann auch einige neue Linsen ihren Weg zu mir. Mal ein Sigma, mal ein kleines Weitwinkelzoom. Kurz vor meinem Schwenk in die Digitalfotografie besorgte ich mir ein sehr gutes 85er Objektiv mit 1.8er Offenblende. Dieses Objektiv mochte ich außerordentlich gerne - durch den Wechsel in die Digitalfotografie konnte ich mich aber durch den 1,6fachen Cropfaktor nicht mehr richtig mit ihm anfreunden. Um schließlich den gleichen bzw. einen ähnlichen Bildwinkel wie bei dem 85er aus der analogen Zeit zu haben, besorgte ich mir ein 50mm Objektiv mit 1.4er Offenblende. Über einige Jahre nutzte ich dieses auf meiner Canon 20D, mit der ich gleichzeitig meine ersten Schritte in die Digitalfotografie machte und die auch heute noch einwandfrei funktioniert und vom Nachwuchs verwendet wird. Erst Weihnachten 2016 erfüllte ich mir dann einen Traum und beschenkte mich mit der Canon EOS 6D. Nun, nachdem das ja eine Vollformatkamera ist, sind meine Objektive mit Festbrennweiten wieder ohne Cropfaktor und ich fühle mich seither wieder so, wie früher mit meiner analogen Ausrüstung. Ich denke, dies war auch der ausschlaggebende Grund für den Traum nach einer „Vollformat“. Durch die Anfänge wohl irgendwie geprägt, wurde ich nie zu einhundert Prozent warm mit den ganzen Crop-Faktor-Vorgaben. Wer weiß, vielleicht bin ich da gedanklich in einer alten Welt gefangen. Nichts desto trotz fühle ich mich persönlich mit dieser Vollformatkamera sehr, sehr wohl. Gleichzeitig glaube ich aber, dass es nicht unbedingt zwingend und für jeden notwendig ist, eine Vollformat zu haben. Vor allem, wenn man rein altersbedingt nicht aus der Kleinbildformatwelt kommt.

Yens Franke: Was sind denn Deine liebsten Motive?

Jürgen M. Seibold: Hier ist es für mich sehr schwer, eine Grenze zu ziehen. Ich finde dafür viel zu vieles interessant und somit fotografiere ich relativ breit gefächert. Sehr gerne Landschaften, mit ausreichender Zeit noch lieber Langzeitbelichtungen. Gleichzeitig fotografiere ich aber auch sehr gerne Details der unterschiedlichsten Art.

Eine Festlegung auf ein einziges Genre kann ich mir nicht vorstellen. Die People-Fotografie ist das einzige Gebiet, für das ich nie wirklich Leidenschaft entwickeln konnte und kann. Somit lasse ich den Bereich trotz mancher Ausflüge in diese Ecke eher beiseite liegen.

Yens Franke: Man erkennt in Deiner fotografischen Entwicklung eine neue Richtung zum SW-Bild. Ist das beabsichtigt und falls ja, was sind Deine Beweggründe?

Jürgen M. Seibold: Wie ich vorhin schon kurz angerissen habe, war S/W der Beginn meiner fotografischen Leidenschaft. Schwarz-Weiß-Fotografie ist und bleibt eine sehr aussagekräftige Möglichkeit, den Fokus des Betrachters auf Details zu legen. Ich liebe diesen Aspekt der Fotografie schon immer. Zur Zeit scheint es sich ein wenig zu verstärken, da ich mich zum Einen sehr intensiv damit beschäftige und zum Anderen auch bei meinem noch vorhandenen Portfolio erkenne, dass diese Bilder eine interessante Aussage und Wirkung erhalten, wenn ich sie in Schwarz-Weiß entwickle. Der Entscheidungsweg ist dabei recht unterschiedlich. Manchmal hab ich das Bild bereits bei der Aufnahme gedanklich schwarzweiß im Kopf, manchmal entscheidet sich das vorm Rechner durch intensives darüber-nachdenken, welche Wirkung und Aussage ich treffen möchte. Ab und an wirkt Farbe einfach nur störend - bei manchen Landschaftsfotografien dann aber doch in Farbe harmonisch und unaufgeregt. Ich glaube, ich lasse mir das Tor noch offen, verspüre aber zur Zeit auch einen sehr starken Drang in Richtung S/W. Mal sehen, ob das eine Phase ist, oder ob sich langsam eine Festlegung entwickelt.

Yens Franke: Hast Du Fotografen die Dich inspirieren?

Jürgen M. Seibold: Hier bin ich etwas dünn aufgestellt, was Namen betrifft. Über die Jahre habe ich zwar bereits sehr viele Bücher über Fotografie gelesen und mir dadurch sicher auch sehr viele Inspirationen geholt. Ich denke aber, mich hier noch etwas sattelfester aufstellen zu wollen, da ich eine Vielzahl an Fotografen für außerordentlich inspirierend halte. Zur Zeit widme ich mich einem Bildband von Ansel Adams und einem weiteren Bildband mit dem Titel "Große Fotografen" von Robert Koch (Prestel Verlag). Ich bin sehr gespannt, ob davon einige in meinem Kopf hängenbleiben - und am Besten auch noch namentlich ein Begriff bleiben.

Das Buch über Ansel Adams scheint mich aber sehr stark zu inspirieren. Nichts desto trotz versuche ich keinen bewusst zu kopieren. Es ist aber sehr schön, herauszufinden, wie unwichtig die Regeln sind, die in Magazinen gerne für Anfänger als Gesetz vorgeschrieben werden. Man lernt, einfach das zu machen, wozu man Lust hat und sich davon nicht abbringen zu lassen.

Yens Franke: Was hältst Du von Fotolernbüchern und könntest Du welche empfehlen?

Jürgen M. Seibold: Fotolernbücher sind als blutiger Anfänger eine tolle Hilfe. Später hat man die Schwierigkeit, Bücher zu finden, die nicht immer bei Adam und Eva anfangen. Dies liegt sicher an der Not der Verlage, einen größeren Personenkreis ansprechen zu können. Nichts desto trotz kann man heutzutage ja recht gut in Bücher reinstöbern und sich selbst ein Bild machen. Ganz früher las ich das berühmte Feininger-Buch. ich glaube, dass hieß "Andreas Feinigers große Fotolehre" (Heyne Verlag). Natürlich war das damals noch rein auf analog gemünzt, aber dennoch ein recht interessantes Werk und teilweise immer noch gültig. Ein Buch über Filterfotografie konnte ich noch vor meinem letzten Urlaub genießen. Teilweise war mir dieses persönlich allerdings zu wuchtig und techniklastig, dennoch hat es mir die Angst vor dieser Art des Fotografierens genommen. Zur Zeit lese ich Michael Freemans "Schwarz-Weiss-Fotografie" (mitp Verlag) und finde es bis jetzt sehr interessant und lehrreich. Gleichzeitig habe ich bis jetzt, ich bin etwa bei der Hälfte, das Gefühl, dass Freeman mit diesem Buch eher fortgeschrittene Fotografen anzusprechen versucht. Es werden künftig sicher noch einige weitere Bücher folgen und viele haben meine Zimmer auch schon wieder verlassen. Ich liebe Bücher und somit bleibt mir da einfach nichts anderes übrig. Darüber hinaus steigt ja der Wissensdurst und somit kann es nie schaden, sich ab und an so einem Werk zu widmen.

Yens Franke: Seit wann hast Du eine eigene Internetseite, hast Du diese selbst gestaltet und bei welchem Anbieter bist Du?

Jürgen M. Seibold: Meine fotografische Webseite www.jmseibold.de ist noch recht jungfräulich. Die gibt es erst seit etwa Anfang 2018. Um es mir dabei einigermaßen leicht zu machen, suchte ich einen Do-It-Yourself-Anbieter und stieß dabei auf Jimdo. Das ein oder andere fehlt mir da zwar im Vergleich zu den Möglichkeiten anderer Anbieter, dennoch scheint es für eine fotografische Seite ganz gut und intuitiv zu funktionieren.

Yens Franke: Was hat Dich dazu bewogen einen Blog zum Thema Fotografie zu starten und was willst Du damit erreichen?

Jürgen M. Seibold: Ein Blog ist einfach eine schöne Möglichkeit, etwas weiter zu geben. Ich möchte damit in Zukunft meine Gedanken zu diversen fotografischen Themen veröffentlichen und dem Leser damit hoffentlich ein klein wenig Wissen oder Gedankenanstöße vermitteln. Ich versuche hierbei, mich von den üblichen Themen à la "welche Kamera ist die Beste..." zu lösen und den Leser eher gedanklich auf sein Hobby zu verweisen Ihn dabei vom üblichen Muss-ich-haben-Marketingwahnsinn weg, hin zum künstlerischen Gedanken zu bewegen. Ich hoffe, der ein oder andere kann durch meine Blogbeiträge etwas für sich gewinnen, bin aber definitiv selbst noch gespannt, wie sich der Blog im Laufe der Zeit weiter entwickelt und ob er überhaupt ein reges Interesse zur Folge haben wird.

Yens Franke: Du hast ja schon in einem anderen Themengebieten Erfahrung im Blogging gesammelt. Seit wann gibt es denn diesen Blog und um was genau geht es darin?

Jürgen M. Seibold: Ja, seit 2003 gibt es von mir einen Literaturblog, der meine zweite Leidenschaft abdeckt. Auf www.hysterika.de schreibe ich Rezension über Fantasy-/Horror-/ScienceFiction- und Thrillerromane. Diese Seite zeigt mir auch, dass man manche Dinge auf sich zukommen lassen sollte. Hysterika ist und bleibt ein reiner Hobby-Literaturblog - dennoch hätte ich damals niemals geglaubt, welche Dynamik diese Seite eines Tages bekommen sollte. Mittlerweile ist sie sehr angesehen bei Lesern und Verlagen. Darüber hinaus gibt es einen Podcast, in dem ich z.B. auch schon einige Autoren interviewen durfte und kürzlich ich wurde zum Jurymitglied bei der angesehenen Phantastik-Bestenliste ernannt. Ein sehr interessantes Themenfeld und ich bin wirklich gespannt, ob meine zweite Leidenschaft - die Fotografie - eines Tages auch diese Dynamik entwickelt. Schön wäre es.

Yens Franke: Hast Du einen Tipp, den Du angehenden Blogger an die Hand geben kannst? Irgendetwas, dass Du zu Beginn deiner Blogging Laufbahn auch schon gerne gewusst hättest?

Jürgen M. Seibold: Also, zum einen benötigt man einen wirklich langen Atem. Es ist wichtig, nicht sofort von irgendeinem Erfolg auszugehen. Die Menschheit warten nun mal nicht auf einen neuen Blog. Ein wenig Marketing sollte man dennoch betreiben und die nach und nach auftretenden erfolgreichen Kleinigkeiten genießen. Was man auf alle Fälle beherzigen sollte ist ein zumindest einigermaßen regelmäßiger Content. Das ist absolut wichtig. Es dürfen keine sehr langen Zeitspannen zwischen den Blogeinträgen liegen. Gleichzeitig ist es wichtig, auf Kontaktaufnahmen schnell zu reagieren.

Yens Franke: Kommen wir zurück zu Fotografie. Was war denn bisher Dein größtes fotografisches Desaster?

Jürgen M. Seibold: Oh Mann, mein größtes fotografisches Desaster hatte ich im Jahre 2013. Ich war mit der Familie im Urlaub in Österreich und hatte eine Unmenge an Landschaftsfotos geschossen. Darüber hinaus auch noch eine ganze Serie über seltene und interessante Amphibien und Schlangen. Tja, dummerweise hatte ich wohl aus Versehen die Speicherkarte nach dem Urlaub kurz in einer anderen Kamera testen wollen. Die Kamera war dabei so freundlich, alle darauf befindlichen Daten unwiederbringlich zu formatieren. Somit gibt es nicht ein einziges Bild von diesem Urlaub und auch kein Fotojahrbuch. Was das betrifft ist 2013 somit aus meinem Leben gestrichen. Nun, man lernt ja bei allem, egal ob gute oder schlechte Begebenheit, dazu und somit werde ich hoffentlich nie wieder eine SD-Karte kurz anderweitig verwenden, ohne diese vorher auf ihren Inhalt zu überprüfen und ggf. zu sichern und dabei immer schön nett zu bleiben.

Yens Franke: Was würdest Du als Deinen bislang größten Erfolg, oder Dein größtes Highlight in der Fotografie bezeichnen?

Jürgen M. Seibold: Eine sehr schwierige Frage. Ich denke, es sind Kleinigkeiten, die mich aufrecht erhalten. Highlights sind dabei ehrlich gemeinte Kommentare von Menschen, die sich mit dem Thema "Fotografie" auskennen. Da lässt sich viel herausholen. Ein weiteres Highlight für mich ist es immer, wenn jemand Bilder von mir ansieht und man merkt, dass diese demjenigen gefallen, obwohl er keinen "bildlichen" Bezug dazu hat. Als ich einen Print in 60x80 zum Testen der Bildqualität bestellte, war mein Anspruch, dieses Bild in einem alten Rahmen in den Flur im Kellergeschoss zu hängen, um niemanden damit zu stören. Dabei habe ich die Rechnung ohne meine Familienmitglieder gemacht, die plötzlich sagten, sowas kann man doch nicht in den Keller hängen, dass muss schon exponierter aufgehängt werden. Darüber hinaus warten sie nun auf S/W-Fotos, die sich dann im Wohnzimmer breitmachen können. Das nenne ich die schönsten Erfolge und zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Wäre schön, wenn sich dieser Rahmen künftig noch ausweiten würde... Ein absolutes Highlight im vergangenen Jahr war der Familienurlaub im Süden Englands. Man ist ja als Familienvater sehr oft gefangen und somit dazu gezwungen, von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu hetzen. In diesem Urlaub ließ mir die Familie erstmalig ausreichend Zeit und Möglichkeit, mich auch meinem Hobby zu widmen. Gerade bei Langzeitbelichtungen war es sicherlich nicht immer einfach für sie. Dennoch erkannten sie dann am Ergebnis, dass auch sie etwas davon haben. Im Nachhinein kann ich sagen, dass dieser Urlaub mich in meinen fotografischen Fähigkeiten bisher am Weitesten gebracht hat. Ein sehr hoher Lernkurvenpeak. Daran zerre ich immer noch.

Yens Franke: Nutzt Du soziale Netzwerke um Deine Werke einem größeren Publikum zu zeigen und welche sind das?

Jürgen M. Seibold: Soziale Netzwerke nutze ich schon allein wegen meines Literaturblogs sehr intensiv. Fotografisch bewege ich mich hauptsächlich auf 500px und Instagram.

Yens Franke: Was hältst Du von sozialen Netzwerken in Bezug auf Fotografie?

Jürgen M. Seibold: Ich bin mir unsicher, ob dort ausreichend Ehrlichkeit vorhanden ist. Man bekommt "Likes", doch was soll ein "Like" bedeuten? Gleichzeitig kann es aber auch sein, dass dadurch jemand auf dein Portfolio aufmerksam wird und auf diesem Wege eventuell eine Zusammenarbeit in irgendeiner Art entsteht. Who knows....?

Es ist für mich noch sehr schwer, mir hierzu eine finale Meinung zu bilden. Die Anzahl der "Likes" sagt meiner Meinung nach nicht viel aus. man merkt das sehr deutlich am jeweiligen Bild: Ist es etwas bekanntes, bekommt man viele "Likes", bei künstlerisch wertvolleren tut sich jedoch wenig. Da muss man wirklich aufpassen, auf der Jagd nach "Likes" nicht in das typische Fahrwasser zu kommen. Am Ende fotografiert man dann nur noch kleine Kätzchen und schon könnte man sich in seinen "Likes" sonnen. Aber will man das?

Yens Franke: Hast Du deine Bilder schon mal in einer Galerie oder ähnlichem ausgestellt, oder das Ziel, Deine Bilder einmal in einer Galerie auszustellen?

Jürgen M. Seibold: Leider hatte ich diese Gelegenheit noch nie. Ich würde mich auf jeden Fall sehr darüber freuen und hoffe, dass sich so etwas eines Tages ergibt. Selbst wenn es nur ein einziges Bild wäre.

Yens Franke: Gibt es dazu bereits konkretere Pläne und wenn ja, wie gehst Du die Sache an?

Jürgen M. Seibold: Nein, konkrete Pläne sind noch nicht entstanden. Nichts desto trotz halte ich verstärkt die Augen offen, ob eventuell jemand in meinem Umkreis eines Tages eine Ausstellung plant. Mal sehen, was sich dabei ergeben könnte. Vielleicht lässt sich ja sogar auch etwas Eigenes auf die Beine stellen, wodurch man wiederum anderen fotografischen Kollegen eine Plattform bieten könnte. - Mal schau‘n, was das Leben so bringt.

Yens Franke: Worin möchtest Du besser werden?

Jürgen M. Seibold: Will man denn nicht in allem besser werden? Na ja, ich möchte jedenfalls noch besser die Eigenheiten meiner Kamera kennenlernen und dadurch auch schneller werden. Darüber hinaus möchte ich noch aktiver werden und so oft wie möglich die Kamera an meiner Seite wissen.

Yens Franke: Hast Du dir für das Jahr 2018 ein fotografisches Projekt, oder eine Änderung in deinem fotografischen Workflow vorgenommen?

Jürgen M. Seibold: Beim fotografischen Workflow vollzog ich erst vor kurzem eine kleine Änderung, da ich irgendwie ein Problem mit diesem Abo-Modell von Adobe habe. Ich machte zwar noch ein Update auf Lightroom 6, habe mir aber inzwischen zusätzlich Affinity-Photo als Bearbeitungs-, und Entwicklungssoftware besorgt. 2018 steht es für mich somit also sehr im Fokus, mich mit Affinity-Photo zu beschäftigen und diese Software kennen zu lernen. Darüber hinaus halte ich die Augen weiter offen, ob es irgendwann eine adäquate Alternative zu Adobe-Lightroom und deren Bildverwaltung gibt.

Ich habe mir auch fest vorgenommen, meinen Fotografie Blog mit weiteren Beiträgen zu füllen und auch die kommende Urlaubszeit erneut für tiefgehende fotografische Tätigkeiten nutzen. Kurzum: Noch viel öfter mit der Kamera unterwegs sein und dabei zu hoffentlich guten Ergebnissen kommen. Ich werde 2018 auch verstärkt nach Veranstaltungen in meinem Umkreis ausschau halten und auf denen vielleicht eine Möglichkeit besteht, meine Bilder zu zeigen. Darüber hinaus würde ich mich sehr über neue fotografische Kontakte freuen, da sich in meinem derzeitigen persönlichen Umfeld fast keine ambitionierten Fotografen finden.

Yens Franke: Ja, da kann ich Dir nur zustimmen. Kreativer Austausch unter Gleichgesinnten, vor allem auch im wirklichen Leben und nicht ausschließlich über soziale Netzwerke im Internet, sind absolut bereichernd und inspirierend!

Vielen Dank Jürgen, dass Du dich meinen Fragen gestellt hast und ich freue mich schon sehr Deine nächsten fotografischen Ergebnisse zu sehen.

 

Gerne können Sie Ihr Meinung oder Anmerkungen zu diesem Interview oder auch Verbesserungsvorschläge für künftige Interviews in die Kommentare schreiben. Bitte bleiben Sie dabei aber immer sachlich und konstruktiv.

Vielen Dank, Yens Franke

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